Crossmediales Projekt: Ein halbes Jahr Feinstaub-Messung bei der Heilbronner Stimme

Gemeinsam mit einigen Lesern hat die Redaktion der Heilbronner Stimme im Herbst 2017 ein Feinstaub-Messnetz in Heilbronn aufgebaut. Es bestand aus günstigen, selbstgebauten Geräten, die die Feinstaub-Belastung in der Atemluft an mehr als 20 Stellen in der Kernstadt und in einigen äußeren Bezirken überwacht hat. Dadurch konnte die Redaktion zeitlich und örtlich auftretende Feinstaubquellen identifizieren.

Insgesamt hat die Redaktion nahezu eine Million Datensätze erhoben. Die Bereinigung und Analyse der Daten erfolgte mit Hilfe der Programmiersprache Python, die Darstellung mit der Javascript-Bibliothek D3 auf der eigens dafür programmierten Seite https://feinstaub.stimme.de.

Verantwortlich für das Projekt waren Onlineredakteurin Lisa Reiff (Logistik und Text) und Datenjournalist David Hilzendegen (Koordination, Text, Analyse, Programmierung).

Alle Daten zu diesem Projekt sind unter https://feinstaub.stimme.de abrufbar. Zudem wurde auf einer Blickpunktseite in der Heilbronner Stimme (pdf-Version anbei) berichtet.

Es konnten verschiedene Erkenntnisse aus der Analyse der Daten gewonnen werden, wie dass in der Silvesternacht die Luft gegen und nach 0 Uhr extrem belastet ist. Wo viel Verkehr herrscht, sind die Feinstaubwerte bedeutend höher. Das gilt nicht nur für das Stuttgarter Neckartor, sondern auch für die Heilbronner Innenstadt. Außerdem ist an Wochenenden die Luft meistens gut, weil weniger Menschen mit dem Auto pendeln und die ansässige Industrie ihre Maschinen herunterfährt. An Wochenenden mit Events, die viele Leute aus dem Umland anlocken – zum Beispiel das Nightshopping mit verlängerten Öffnungszeiten in der Vorweihnachtszeit – steigen die Werte jedoch. In Wohngebieten mit vielen Holzöfen lassen sich Ausschläge beobachten, die nicht mit dem Verkehr erklärt werden können. Dazu kommt, dass das Wetter einen wesentlichen Einfluss auf die Feinstaubbelastung hat – sowohl in negativer Sicht als auch in positiver Sicht: Wenn es regnet, wird die Luft zum Beispiel reingewaschen. Bei anderen Wetterlagen steigen die Werte.

„Mit diesem Projekt polarisieren wir und greifen ein Thema auf, das viele unserer Leserinnen und Leser beschäftigt. Mit der Umsetzung im Digitalen und in Print präsentieren wir ein weiteres Beispiel unseres Projektes Stimme Future “, sagt Chefredakteur Uwe Ralf Heer.

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27.07.2018